26.7.11

Winter!


Der antarktische Winter-Puster vom Wochenende mit seinen minus 2 Grad und 2,5 cm Schnee hat mal wieder gereicht, das Leben der 120T- Einwohner-Metropole Dunedin auf halbe Kraft zurückzufrieren. Die könnte ich jetzt alle auslachen, haha, wo ich herkomme gibts immer gleich 3cm auf einen Schlag, aber ich hab es kaum besser gemacht. Musste ja unbedingt mit Heckantrieb und Sommerreifen rumgurken und hing folglich rückzu am ersten ernsthaften Hügel fest. Zunächst runterzu ("keinen Meter fahre ich hier weiter ohne Splitt der hier Grit heißt") und nach Befreiung daraus dann hochzu am nächsten Anstieg. Emsige Männer der Firma Works Infrastructure haben es dann ermöglicht, dass doch nicht die ganze Nacht im Auto geschlafen werden musste. Bilanz: Vom Kilmog Hill bis Dunedin (20km) in 7h. Davon 3h Zwangspause in Waitati. Wo ich schon x-mal das Diamondback durchgetreten habe auf ner Runde um den Mt Cargill. Ein saumäßig albernes Gefühl, stundenlang stranded zu sein auf halbem Weg einer lockeren Fahrradrunde. Trost: Außer mir waren noch 220 andere Fachkräfte mit Grit zu versorgen.



2.4.11

Christchurch & Lyttelton

Der Mensch HAT KEINE MACHT. Und ist auch nicht die Krone von irgendwas.

Völlig intakte Gebäude direkt neben völlig vernichteten. Ein Blick nach unten zeigt die Urgewalt ebenfalls deutlich.


Große Gefahr ging und geht von massiven Fassaden aus, hinter denen nur Leichtbauhäuser stecken, die diese dann nicht am Wegklappen nach vorn hindern können.

Der Rest ist Geschichte.


1.4.11

Stewart Island

Dieser Blick wars bei mir: Er hat zur Entscheidung geführt, irgendwann mal die dritte Insel Neuseelands zu besuchen. Die kleinste im Bunde, aber auch die unwegsamste, waldreichste, südlichste. Aber mit Kneipe. Einem Bierstewartislandbesuch (wers braucht) steht also auch nichts im Wege. Dazwischen liegt die Foveaux Strait mit kaltem, ruppigem und schnellfließendem Wasser. Mal sehn wanns klappt.

Super-Abgrund

Hier ist das Gulliver Valley vom Gertrude Saddle aus gesehen. An der Talform sieht man dass es sich um Fiordland handeln muss, wo schon wieder gutes Wetter war. Die 7m Jahresregen machen immer dann Pause wenn ich da bin. Soll mir recht sein. Jedenfalls geht es hinter der Kante im Vordergrund mit unangenehmer Fast-Senkrechtigkeit über 1000m abwärts. Das Fjordschnipsel im Hintergrund ist Milford Sound, ca. 20km entfernt. Dazwischen kein Haus, kein Auto oder ähnlicher Müll. Folglich ist an jeglichem Gestank der hier eintritt man selbst schuld.

Swampy Ridge

Endlich mal wieder mit MTB ins Dunedin-Hinterland. Swampy war swampy wie schon der Name sagt. Aber mittlerweile gibt es eine neue Route zum Gipfel, bei der die unteren 200hm auf einem kilometerlangen ausgebauten Singletrack stattfinden (Snakes & Ladders heißt das Ding). Mehr ist in arbeit. Bald wird sich das richtig lohnen hier. Nur wenns pampig wird gilt obiges mit Einschränkungen. Aber keinen großen.


25.5.10

Crux

Der Kern der Sache. Das Wappentier der Länder hier. Kruzi ohne Türken. Links davon die Vorderhufe des Zentauren. Alpha und Beta um genau zu sein. Zeigersterne fürs Kreuz. Blick von der Veranda senkrecht nach oben.

Neben der Saison

1/3 Routeburn Track (Harris Saddle-Howden Hut über McKenzie Hut) und 1/1000 der Leute. Möglich ist das, weil die unsichtbare Saisongrenze schon hinter uns ist. Am Wetter ist nichts anders, an der Temperatur auch nicht -und trotzdem- Bumm: Auf einmal alle weg. Gespenstische Leere an sonst brummenden Orten. Am Sternenhimmel liegts sicher nicht, der ist noch viel besser als im Sommer.


5.5.10

Herbst?


Oben schon Winter, unten noch nicht ganz. Da kommt man hier an um die halbe Welt, und im Mai, und denkt man ist in Freiberg.

Rock & Pillars II

Übernachtung im höchstgelegenen Gebäude Dunedins (Big Hut) mit zugigem aber klarem Morgen, nicht so ein frecher Nebel wie beim letzten R&P-Eintrag. Frische Luft und ein Berg an Platz.

Alpenglühen zum Anfassen

(Siff, Gewölle, Filz und Agglomerat aufm Filter aber fürn Blog reichts): Standardweg übers Dach von Dunedin, mehrfach gebeikt in diesem Jahrzehnt, heute gewatschelt.



Blick vom Dachfirst (oder eher da wo die Schneegitter sind). Zu sehen ist wenig oder viel, je nach Ortskenntnis: Mt Cargills rechte Hälfte, Silver Peaks, Swampy Summit, Flagstaff, Saddle Hill und Maungatua (Horizont), Taieri Ridge und davor Strath Taieri Plain (Mitte und über 1km weiter unten), Dunedin-Dachziegel und Big Hut (Vordergrund).

Ganz oben: Blitzableiter von Dunedin, 1450m

28.4.10

Willkommen in der Evergreen-Zone



Blick vom Frühstückstisch auf dem Jugendherbergendach. Morgenrot wird meist bis Mittag zu Mistwetter, so auch heute. Soll mir recht sein, darauf kann man regelrecht surfen.

29.10.09

Bike Sydney


40 km auf richtig vollen Straßen vom Stadtzentrum nach Bondi und weiter. Überraschend kooperative Autofahrer, erschreckend schlechte Straßenführung für nicht-PKW-Fahrer. Ergebnis unfreiwillige Stadtautobahnfahrt, zum Glück bei Tempolimit 80 und bergab.



Southern Alps


Der einfachste Weg der Alpenüberquerung, aber sicher nicht der mit der schlechtesten Aussicht.

16.10.09

Staubsturm, noch eins


So ist der rote Staub aus Australien auch in NZ gelandet, 1800km übers Wasser. Wer hätte das gedacht. Sichtbar z.B. hier im Bild, als dünner Schleier auf Schnee, der andernfalls unbedingt knallweiß wäre, selbst wenn sulzig - mangels Mief in der Gegend. Der ist überhaupt selten hier, und man vergisst fast dass es ihn gibt. Auch in der Presse gab es was dazu.

24.9.09

Echte Australier

Gestern morgen wars soweit: 5 Millionen Tonnen Staub aus dem verdorrten Kontinentinnern landeten windgetrieben an der Ostküste und in den dortigen Städten. Ich musste erstmal schlafen, daher beschränkte sich mein Eindruck des Ereignisses auf etwas bräunlichen Nebel im Garten und die rotbraune Staubschicht auf allem. Deswegen erst in die Stadt fahren wollte ich nicht. Fotos von der Sache von welchen, die vor Ort waren, sehen z.B. so aus.

Aus Sydney kamen Berichte von Einwohnern, die beim Anblick der Staubwolke das Ende (und nicht gute Landluft) nahen sahen. Wieder andere hat es beim Anblick der Staubschicht vor Ekel gewaltig geschüttelt ("deesgusting"). Und unsereiner kratzt sich am Kopf bei der Frage was den richtigen Australier von heute ausmacht. Scheinbar gehört Kontakt mit rotem Staub (aus dem hier fast alles unter der Vegetations- und Betonschicht besteht) nicht dazu. Verweichlichtes Stadtmenschgeflenne im Angesicht einer ländlichen Kuriosität vielleicht schon eher.

8.11.08

Gong


So nennen die Einheimischen das Kaff am Horizont. Für Sie aber immer noch Wollongong, bitte.

25.10.07

Queen Charlotte Track



Der Queen Charlotte Track, das sind 71 km und 1700 hm auf einem von Wasser flankierten Bergrücken in den Marlborough Sounds, am Nordende der Südinsel. Der einzige "Great Walk" in NZ, den man sich auch legal an einem Tag per Fahrrad geben kann, statt mit halbwöchigem Gewatschel und einem Zentner Gelumpe aufm Rücken.

Normalerweise ist die Benutzung von Fahrrädern auf Wanderwegen in NZ ein ähnlich schweres Delikt wie organisierter Menschenhandel mit Fahrzeugen ohne TüV (in NZ "Warrant of Fitness" genannt), insofern musste die Gelegenheit genutzt werden. Da es sich auch hier um einen Wanderweg handelt sind zwar die Anstiege steil, und auf der wurzeligen und steinigen Oberfläche rüttelts streckenweise derart dass einem das schon bedenklich rasselnde Gebiss rauszufliegen droht, aber man wird regelmäßig durch gute Aussicht entschädigt, sowie erstklassige, schnelle Singletrack-Abschnitte, auf denen der mit Lehm-Projektilen gewürzte Fahrtwind die lockere Kauleiste dann wieder hinterschiebt.

Und wenn man den Track dann auch noch entgegen der Hauptrichtung befährt, von Anakiwa nach Ship Cove, beendet man den Tag nicht in Sichtweite des hässlichen Fährhafens von Picton, sondern in einer abgelegenen Bucht, die alternativ nur per Boot erreichbar ist. Und man muss nicht dauernd von hinten krakeelen, um vorbeigelassen zu werden. Ich war allerdings faul und bin nur die ersten 68km bis Resolution Bay gefahren, da dort die Unterkunft (mit Courtesy Kayak) organisiert war. Die 3km bis zum Endpunkt mussten bis zum nächsten Tag warten. Die Rücktour von dort mibm Schnellboot hat dann nochmal fast 3 Stunden gedauert.